Secondaries als Geldanlage

Nahezu wöchentlich gibt es am Finanzmarkt neue Produkte, die sich teilweise durch einige Neuerungen im Vergleich zu vielen bekannten Finanzprodukten auszeichnen können. Zu den relativ unbekannten und noch vergleichsweise neuen Investment-Möglichkeiten zählen unter anderen die so genannten Secondaries.

Secondaries sind in dem Sinne kein neuartiges Anlageprodukt, sondern es handelt sich hier um eine Art Zweitmarkt im Bereich der Anteile an geschlossenen Fonds, vorwiegend im Bereich der Private Equity Fonds. Dieser Zweitmarkt ist vor allem deshalb zustande gekommen, weil manche Anleger die Fondsanteile am geschlossenen Fonds bereits vorzeitig veräußern wollen. Die Rückgabe an die Gesellschaft ist allerdings sehr häufig frühestens nach etwa fünf Jahren ab Erwerb der Anteile möglich. Möchte man als Anleger die Anteile vorzeitig verkaufen, bleibt daher nur der Verkauf an einen anderen Anleger. Sowohl der Käufer als auch der Verkäufer können von diesem Verkauf im Bereich der Secondaries profitieren.

Für den Verkäufer ist das vorrangige Ziel wieder Liquidität zu erhalten, was durch den vorzeitigen Verkauf der Anteile am geschlossenen Fonds möglich ist. Der Käufer hingegen möchte in einen geschlossenen Fonds investieren, meistens eben in Privat Equity Fonds. Durch den Kauf am Zweitmarkt hat der Käufer dann gleich zwei Vorteile gegenüber der Zeichnung von Fondsanteilen, wenn ein neuer Fonds auferlegt wurde. Der erste Vorteil besteht darin, dass der Verkaufspreis meistens zwischen sieben und 15 Prozent unter dem aktuellen Wert des Fondsanteils liegt. Zudem ist der Zeitraum bis zum möglichen Verkauf, also bis zur Rückgabe an die Fondsgesellschaft, natürlich im Vergleich zum „Ersterwerb“ im Zuge der Zeichnung (deutlich) kürzer. Vor allem aufgrund des angesprochenen Preisabschlages sind die Secondaries für bestimmte Anlegertypen eine sehr gute Investment-Alternative im Jahre 2011.

Autor: U. Potschka