Tagesgeldkonto wird immer beliebter

Vor 20 Jahren noch kaum bekannt, hat sich das Tagesgeldkonto zu einem Klassiker bei Anlegern entwickelt. Es führt die Sicherheit vom traditionellen Sparbuch fort, hat aber Vorteile gegenüber dem stark konservativen Anlageprodukt.

Anfang der 1990er Jahre war das Tagesgeldkonto bei vielen Sparern noch eine große Unbekannte, das Sparbuch war in dieser Zeit die beliebteste Geldanlage. Auch Termingeld war bereits ein wichtiges Finanzprodukt. Im Jahr 1992 verzeichnete die BSB Bank – der Vorgänger der ING-DiBa – gerade einmal 1.400 Konten, auf denen Tagesgelder angelegt werden konnten. Da auch das Internet noch nicht in viele Haushalte eingezogen war, verwalteten die Kunden ihr Konto telefonisch, per Brief oder Fax. Ende der 90er Jahre begann dann der Siegeszug der Aktien, der mit dem Aktiencrash zur Jahrtausendwende seinen vorläufigen Höhepunkt erlebte. Nachdem die Börsen weltweit abgestürzt waren, verloren die privaten Anleger das Vertrauen in Aktien, Sicherheit wurde erneut zu einem großen Anliegen. Zwar legten viele ihr Erspartes wieder aufs Sparbuch, doch die Zinsen waren sehr niedrig. Als Alternative entwickelten sich nun Tagesgeldkonten zum Anlegerliebling. Als erste Internetbank bot die First E-Bank ein Tagesgeldkonto mit einer Verzinsung von 6,00 Prozent an, das war im Jahr 2000. Andere Banken nahmen das Tagesgeldkonto ebenfalls in ihr Portfolio auf, etwa die VW Bank und die Santander Consumer Bank. Vor allem den Direktbanken ist es zu verdanken, dass immer mehr Menschen die Vorteile des Tagesgeldkontos für sich entdecken. ING-DiBa konnte seine Tagesgeldkonten von 500.000 (2001) auf heute fünf Millionen steigern. Die Einlagen steigerten sich von 4,9 Milliarden auf über 50 Milliarden Euro. Die Comdirect hat heute 1,5 Millionen Tagesgeldkonten mit Einlagen von über 11 Milliarden Euro.

Deutsche wollen schnell verfügbares Geld

In Zeiten der Banken- und Schuldenkrise wollen immer mehr Menschen schnellen Zugriff auf ihr Geld haben, viele lassen ihr Einkommen auf dem Girokonto, unter dem Kopfkissen oder legen es auf dem Tagesgeldkonto an. Dies zeigt auch der aktuelle Comdirect Spar- und Konsumindex. Demnach hat die Sparneigung etwas abgenommen, 77 Prozent gaben an, regelmäßig Geld zurückzulegen. Anfang des Jahres waren es noch 80 Prozent. Im Durchschnitt legen die Deutschen 5,4 Prozent des zur Verfügung stehenden Einkommens fürs Alter oder größere Anschaffungen zurück. Von den Deutschen, die sparen, legen 54 Prozent ihr Geld aufs Sparbuch, 42 Prozent nutzen ein Tagesgeldkonto. Besonders die hohe Verfügbarkeit spricht für Sparbuch und Tagesgeld, doch ein Viertel der Befragten bewahrt weiterhin Bargeld auf, um liquide zu sein. Der Anteil der Menschen, die ihr Geld nicht auf ein Konto legen wollen, nimmt etwas zu, von 23 auf 26 Prozent.

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