Inflationsrate nur noch bei 1,90 Prozent

Die Inflationsrate hat in Deutschland zurzeit ein relativ niedriges Niveau erreicht und ist im Mai auf einen Wert von unter zwei Prozent gesunken. Exakt beträgt die Inflationsrate hierzulande 1,90 Prozent, wie vom Statistischen Bundesamt bekannt gegeben wurde. Damit ist die Inflationsrate das erste Mal unter zwei Prozent gesunken, wenn man sich die vorherigen Werte aus diesem und aus dem letzten Jahr betrachtet.

Auch wenn das Sinken der Inflationsrate natürlich grundsätzlich eine gute Nachricht für die Verbraucher ist, so sind sich die Experten bisher noch nicht einig darüber, ob das Sinken der Inflationsrate eine vorübergehende Erscheinung ist, oder ob vielleicht generell in den nächsten Monaten mit einer fallenden Inflationsrate gerechnet werden kann. Daher gehen die meisten Fachleute auch davon aus, dass eine mögliche Tendenz erst am Endes des Jahres ausgemacht werden kann, weil die bisherigen Veränderungen von relativ geringer Größe waren, auch wenn mit der 2-Prozent-Marke ein relativ markanter Wert durchbrochen worden ist. Dennoch ist die Inflationsrate seit Februar dieses Jahres immerhin um 0,40 Prozent gesunken. Dass die Inflationsrate in den ersten zwei Monaten des Jahres angestiegen ist, ist übrigens vor allem auf die gestiegenen Energiepreise, aller voran die gestiegenen Erdölpreise, zurückzuführen.

Inflation wird hierzulande relativ stark vom Ölpreis beeinflusst

Prinzipiell ist bezüglich der Inflationsentwicklung zu beobachten, dass die Entwicklung in relativ großem Umfang vom Ölpreise beeinflusst wird, und zwar über den „Umweg“ der Benzinpreise. So gibt es einen auffälligen „Gleichlauf“ zwischen der Veränderung der Ölpreise und der Inflationsrate. Wenn der Ölpreis, wie zum Beispiel in den letzten Wochen, eher eine fallende Tendenz zeigt, dann fallen auch die Benzinpreise. Und in der Folge ist dann meistens auch mit etwas zeitlicher Verzögerung eine fallende Inflationsrate zu bemerken. Auch für Anleger hat das Sinken der Inflationsrate zunächst einmal positive Auswirkungen, weil das angelegte Kapital dadurch im Saldo nicht so viel an Kaufkraft wie zuvor verliert. Dennoch ist zum Beispiel bei den Tagesgeldzinsen zu erkennen, dass diese in den letzten Wochen nahezu im „Gleichschritt“ gesenkt wurden. Die besten Zinssätze bewegen sich derzeit bei rund 2,40 Prozent, sodass unter Einbezug der Inflationsrate noch eine reale Rendite von 0,5 Prozent bleibt. Vor rund zwei Monaten lag die Inflationsrate zwar noch bei 2,10 Prozent, aber die besten Tagesgeldzinsen dafür bei rund 2,70 Prozent, sodass die reale Rendite im Grunde sogar trotz Absinken der Inflationsrate ebenfalls gesunken ist.