Die meisten Experten sind nach der ersten Leitzinserhöhung im vergangenen April fest davon ausgegangen, dass es noch in 2011 zu weiteren Zinsschritten der Europäischen Zentralbank kommen wird. Und tatsächlich wurde der Leitzinssatz nun auf der gestrigen Sitzung erneut erhöht.
Die EZB hob die Leitzinsen um 0,25 Prozent an, sodass der EZB-Leitzinssatz nun 1,50 Prozent beträgt. Auch der Grund für die erneute Erhöhung ist nicht überraschend, nämlich die weiterhin ansteigende Inflationsrate. Die EZB geht sogar davon aus, dass die Inflation sich trotz dieses Zinsschrittes noch weiter ausweiten wird, sodass es mehr als wahrscheinlich ist, dass diese Erhöhung nicht die letzte in diesem Jahr gewesen ist. Derzeit beträgt die Inflationsrate in der Eurozone bereits 2,7 Prozent, während das erklärte Ziel der EZB ist, die Inflationsrate möglichst dauerhaft unterhalb der Zwei-Prozent-Grenze zu halten. Noch fallen die Zinsschritte allerdings dennoch moderat aus, denn schon zuvor war der Leitzinssatz im April „nur“ um 0,25 Prozent erhöht worden.
Zeit des billigen Geldes vorüber
Durch die erneute Zinserhöhung scheint es nun definitiv so zu sein, dass die Zeit des so genannten billigen Geldes endgültig vorüber ist. Denn zuvor lag der Leitzinssatz über zwei Jahre hinweg nur bei einem Prozent, was zum Ankurbeln der Wirtschaft eben durch dieses billige Geld sicherlich auch die richtige Maßnahme gewesen ist. Von vielen Gewerkschaften wurde der Zinsschritt allerdings kritisiert. Vor allem das in manchen Staaten der EU stagnierende wirtschaftliche Wachstum wurde als Grund angeführt, sodass die Leitzinserhöhung hier nochmals als Bremse fungieren könnte. Die IHK hingegen hält die Zinserhöhung genau für den richtigen Schritt.