Schon seit einigen Monaten ist ein verbesserter Anlegerschutz in der Diskussion, wobei es vor allem darum geht, dass man als Anleger deutlich mehr Informationen zu einem Finanzprodukt erhalten soll. Nun wurde vom Bundesrat das so genannte Anlegerschutzgesetz „genehmigt“.
Im Kern soll das Anlegerschutzgesetz zwei Aufgaben erfüllen. Zum einen sollten die Anleger mehr Informationen als bisher zu den verschiedenen Finanzprodukten erhalten, und zum anderen sollen Sie auch besser vor etwaigen Verlusten geschützt werden. Nach der Billigung des Gesetzes gibt es nun zu den Anlageprodukten eine Art Beipackzettel, wie man sie bereits aus dem Bereich der Arzneimittel kennt. Vor allem soll auf diesem „Beipackzettel“ auf die möglichen Risiken klar und deutlich hingewiesen werden, die mit der jeweiligen Geldanlage verbunden sind. Ein weiterer Teil des neuen Gesetzes sieht ferner vor, dass die Kreditinstitute nun dazu verpflichtet sind, ihre mehr als 300.000 Berater bei der BaFin registrieren zu lassen. Damit soll erreicht werden, dass Berater, über die sich Kunden gehäuft beschweren, letztendlich auch „aus dem Verkehr gezogen werden“ können.
Ein weiteres Thema im neuen Gesetz sind die offenen Immobilienfonds. Hier war es in der jüngsten Vergangenheit nämlich vermehrt dazu gekommen, dass selbst die offenen Immobilienfonds die Rücknahme von Anteilen aussetzen mussten, der Anleger kam also nicht an sein angelegtes Kapital. Grund dafür war oftmals, dass sehr große Investoren zunächst Anteile an offenen Immobilienfonds gekauft hatten, diese dann aber auf „einen Schlag“ wieder verkauften, was den Fonds dann in massive Liquiditätsengpässe brachte. Zukünftig sollen Probleme dieser Art dadurch vermieden werden, dass für diese Anteile an offenen Immobilienfonds eine Kündigungsfrist von einem Jahr eingeführt wird. Bei neuen Anlegern ist es zudem so, dass diese die Anteile mindestens 24 Monate halten müssen. Damit man aber vor allem die Kleinanleger nicht „vergrault“, dürfen dennoch bis zu 30.000 Euro pro Halbjahr verfügt werden.
Autor: O. Ferks